Sicherheitstipps für Klein- und Fahrgerüste


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Für Arbeiten in der Höhe sind kleine Gerüste überaus praktisch – beispielsweise beim Streichen der Fassade. Sie sind schnell aufgebaut und können flexibel eingesetzt werden. Die Sicherheit muss dabei an erster Stelle stehen. Unsere Checkliste zeigt die wichtigsten Sicherheitsvorschriften im Überblick.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:


  1. Allgemeine Sicherheitstipps zu Gerüsten


  2. Sicherheits-Check vor dem Aufbau von Kleingerüsten


  3. Sicherheits-Check während des Aufbaus


  4. Sicherheit bei der Nutzung von Kleingerüsten

Allgemeine Sicherheitstipps zu Gerüsten

  • Belag: Kleingerüste brauchen einen Belag von mindestens 50 cm Breite. Ab zwei Metern Höhe müssen es 60 cm sein.
  • Seitenschutz: Bis 2 m Standhöhe ist rundum ein Handlauf in 1 m Höhe notwendig. Ab 2 m Belagshöhe muss ein dreiteiliger Seitenschutz vorhanden sein (Handlauf, Knieleiste, Fußleiste).
  • Nutzlast: Die Gerüste nicht überlasten. Die Nutzlast (also Mensch, plus Werkzeug, plus Material), darf 100 kg pro Quadratmeter nicht überschreiten. Punktbelastung und eine einseitige Belastung vermeiden.
  • Verschieben: Fahrbare Kleingerüste sind mit Rollen ausgestattet. Sie ermöglichen ein einfaches Verschieben. Wichtig: Vor dem Verschieben des Gerüsts immer absteigen. Ein Mitfahren ist nicht erlaubt. Vor dem Aufstieg die Fahrrollen unbedingt immer feststellen.
  • Normen und Sicherheit: Das Gerüst muss den „Berufsgenossenschaftlichen Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ entsprechen. Für Klein- und Leitergerüste war bislang das Regelwerk BGR 173 maßgeblich, das wurde allerdings zurückgezogen. Aktuell gibt es keine Regelung oder Norm für Kleingerüste.

Rollgerüste können flexibel eingesetzt werden – vorausgesetzt der Untergrund ist eben und für die Rollen gut geeignet.
Günzburger Steigtechnik

Sicherheits-Check vor dem Aufbau von Kleingerüsten

  • Prüfen: Sind alle Teile vorhanden und ist das Gerüst vollständig? Überprüfen Sie anhand der mitgelieferten Aufbau- und Verwendungsanleitung. Lassen sich alle Rollen gut drehen und greifen die Bremsen?
  • Zusatzmaterial: Wird laut Aufbauanleitung zusätzliches Material benötigt, beispielsweise Ausleger oder Ballastgewichte, um die Kippstabilität des Gerüsts zu erhalten? Diese befinden sich oft nicht im Lieferumfang des Gerüsts.
  • Aufstellplatz: Der Bodenbelag muss auf Tragfähigkeit und Ebenheit gecheckt werden. Geringe Bodenunebenheiten lassen sich durch höhenverstellbare Fahrrollen ausgleichen. Rollgerüste lassen sich nur auf einigermaßen ebenem Untergrund verschieben.
  • Helfer holen: Für den Auf- und Abbau sind je nach Höhe des Gerüsts mindestens zwei Personen erforderlich.

Sicherheits-Check während des Aufbaus

  • Reihenfolge beachten: Das Gerüst muss entsprechend der Aufbau- und Verwendungsanleitung und in der vorgegebenen Reihenfolge aufgebaut werden.
  • Verbindungen prüfen: Achten Sie beim Zusammenbau besonders auf den festen Sitz der Verbindungselemente. Prüfen Sie Kupplungen, Einrasthebel und Schnellverschlüsse. Sicherungselemente wie Splinte, Schrauben und andere Kleinteile sollten am Gerüst mit Draht oder Ketten befestigt sein.
  • Alles im Lot? Prüfen Sie beim Aufbau mit der Wasserwaage.
  • Abstand halten: Halten Sie einen Sicherheitsabstand zu elektrischen Anlagen und Oberleitungen ein.
  • Sicherung: Das Gerüst kann sicherheitshalber zusätzlich an tragenden Bauteilen befestigt werden, beispielsweise mit Gurten. Das erhöht die Stabilität und verhindert ein Umkippen. Auf die vorgeschriebene Ballastierung mit Gewichten oder den Einsatz von Auslegern laut Aufbau- und Verwendungsanleitung darf aber deshalb nicht verzichtet werden.

Sicherheit bei der Nutzung von Kleingerüsten

Arbeiten an Dach und Regenrinne lassen sich mit einem Gerüst bequem erledigen. Unten sind die orangenen Ballastgewichte zu sehen, die für Kippsicherheit sorgen.
Krause Systems

  • Auf dem Gerüst darf nur eine einzelne Person arbeiten.
  • Schutzkleidung: Tragen Sie eine geeignete Kleidung, je nach Arbeit einen Helm und geeignete Schuhe.
  • Fahrrollen: Alle Rollen müssen immer sorgfältig festgestellt sein, bevor Sie das Gerüst betreten.
  • Aufstieg: Das Gerüst darf nur wie in der Anleitung beschrieben bestiegen werden. Bei einer Belaghöhe von mehr als 2 m müssen Sie einen innenliegenden Aufstieg anbringen. Niemals auf der Außenseite auf das Gerüst klettern oder über die Sprossen der Seitenrahmen höher als die Plattform steigen!
  • Querbelastung: Vermeiden Sie eine einseitige Belastung. Keine Seilzüge anbringen, keine pendelnden Lasten auf dem Gerüst abgesetzen, Lasten nicht von der Seite heranziehen.
  • Verschieben: Fahrgerüste nur langsam, in Schrittgeschwindigkeit in Längsrichtung oder über Eck verschieben. Das Gerüst niemals quer verschieben – die Kippgefahr ist zu groß. Das Bodengefälle darf maximal drei Grad betragen. Gerüste nie mit Hilfe von Fahrzeugen bewegen.
  • Freiräumen: Achten Sie darauf, dass Sie vor dem Verschieben lose Teile, Materialien, Werkzeuge usw. entfernen oder sichern.
  • Punktbelastung: Nicht auf Gerüstbeläge springen, nichts abwerfen.
  • Vergrößerungen: Es ist verboten, die Plattformhöhe mit Leitern, Kisten oder anderen Vorrichtungen zu vergrößern.
  • Arbeitspausen: Nach einer längeren Arbeitspause das Gerüst nochmal genau prüfen. Vor allem wenn es zwischenzeitlich gestürmt hat. Das Gerüst muss nicht nur während der Arbeiten, sondern auch in den Arbeitspausen immer gegen Umstürzen gesichert sein. Bei starken Winden ab Windstärke 6 (spürbare Hemmung beim Gehen in Gegenwindrichtung) das Gerüst in einen windgeschützten Bereich rollen, beziehungsweise zusätzlich gegen Umkippen sichern.

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