Das einbruchsichere Fenster: Darauf sollten Sie achten


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Die meisten Einbrecher verschaffen sich über unzureichend gesicherte Fenster und Türen Zugang zu einem Gebäude. Mit einem Schraubendreher können sie selbst von Gelegenheitstätern in rund 30 Sekunden überwunden werden. Es sei denn, robuste Technik und eine stabile Konstruktion bieten ausreichend Widerstand. Ein Überblick über die gängige Sicherheitstechnik.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:


  1. Generelle Tipps


  2. DIN-Normen beachten


  3. Sicherheitstechnik nachrüsten


  4. Falzlösungen für Fenster

Generelle Tipps

Als Verbindungselement zwischen Flügel und Rahmen kommt dem Beschlag eine entscheidende Bedeutung zu, mit dessen Hilfe das Fenster auf- und zugemacht wird. Wer hier in hochwertige Sicherheitstechnik investiert, kann sein Haus vor Einbruchversuchen schützen.

  • Abschließbare Fenstergriffe sind nur dann sinnvoll, wenn sie mit einbruchhemmenden Beschlägen kombiniert werden.
  • Jede mechanische Sicherung ist nur so viel wert wie die Qualität und Widerstandsfähigkeit ihrer Befestigung.

DIN-Normen beachten

Beim Einbau neuer Fenster im Zuge von Neu- oder Umbauten empfiehlt die Polizei grundsätzlich einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren nach DIN EN 1627-30. Zu deren Hauptmerkmalen zählen:

  • abschließbare Fenstergriffe mit Anbohrschutz
  • verstärkte Rahmenprofile
  • widerstandsfähige, ausreißfeste Schließstücke
  • ein umlaufender Sicherheitsbeschlag.

Elektronische Zusatzmaßnahmen sollten frühzeitig berücksichtigt werden, damit beim Einbau der Fenster die erforderlichen technischen Voraussetzungen bereits geschaffen sind.

Mit steigender Resistance Class (Widerstandsklasse) gemäß DIN EN 1627-30 nimmt die Anzahl der zusätzlichen Verriegelungspunkte zu. Für Wohnhäuser als ideal gilt eine Einbruchhemmung von RC2.
Foto: Siegenia

Sechs Widerstandsklassen

Sechs Widerstandsklassen (RC = Resistance Classes) für Türen, Fenster, Rollläden und Gitterelemente definiert die Einbruchsnorm. In Wohngebäuden üblich ist RC2, das bedeutet eine Widerstandszeit von drei Minuten, in der der Einbrecher versucht, mit einfachen Werkzeugen das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen.

Auch Bauteile mit RC3 – fünf Minuten Widerstand – werden für den Wohnbereich angeboten. Sie kosten etwas mehr und sind bei hoher Einbruchwahrscheinlichkeit oder wertvollem Inventar sinnvoll. Erreicht wird dieser Widerstand durch armierte Rahmen, umlaufende Bänder und Pilzkopfzapfen.

Sicherheitstechnik nachrüsten

Das Aufhebeln von Fenstern oder Fenstertüren dauert nur Sekunden: Mit stabilen Riegeln sorgen Sie vor. Die Sciherungen sind einfach anzubringen.
Foto: Burg-Wächter

Auch hierfür gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Die eingesetzten Produkte sollten über eine Prüfung nach DIN 18104 für die Nachrüstung verfügen. Zu den Anforderungen der DIN zahlen:

  • Anforderungen an aufschraubbare Sicherungen wie Zusatzschlösser oder Bändersicherungen
  • Kriterien für im Falz eingelassene Lösungen wie Fensterbeschläge.
  • Zu den wesentlichen Anforderungen der DIN zählt die korrekte Positionierung und die Anzahl von Nachrüstprodukten. Eine exakte Montage ist dabei unerlässlich.

Sicherheitselemente bei Fenstern

Dieses Fenster bietet frische Luft ohne Risiko – mit gesicherter Spaltlüftung und Einbruchshemmung.
Foto: Siegenia

  • Verschließbare Griffe sind sinnvoll, wenn der Schlüssel nach dem Abschließen entfernt wird. Sonst wirkt er als Aufforderung, die Scheibe einzuschlagen.
  • Riegel und Schlösser eignen sich zum Nachrüsten, auch an Dachfenstern.
  • Bei Gittern ist ein stabiles Material wichtig – zumeist Stahl – und eine sichere Verankerung.
  • Rollläden sollten nicht hochgeschoben oder aus den seitlichen Führungen gezogen werden können. Ihr Panzer muss stabil sein. Aluminium, Stahl und Holz sind deutlich widerstandsfähiger als Kunststoff.
  • „Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster“, heißt es bei Polizei und Versicherungen. Die meisten Einbrecher suchen gezielt nach solchen Gelegenheiten. Inzwischen gibt es Beschläge, die leichte Belüftung und Einbruchschutz verbinden. Einbruchhemmende Rahmen und Verglasungen sind aber weiterhin die Basis bei einem einbruchsicheren Fenster.

Einbruchsichere Rolläden

Automatische Rollladensysteme bieten bereits einen sehr guten Schutz gegen das schnelle Eindringen – allerdings nur, wenn sie über eine Hochschiebehemmung verfügen. Weist die Hochschiebehemmung einen Widerstand von 100 Kilogramm auf, dann scheitern die Täter meist an dieser Hürde, und Eindringversuche werden in der Regel nach wenigen Minuten abgebrochen.

Falzlösungen für Fenster

Einbruchhemmende Nachrüstprodukte im Fensterfalz weisen eine dezente Optik auf und sind einfach zu handhaben. Speziell in Verbindung mit einem abschließbaren Fenstergriff bzw. Zusatzschloss bieten Nachrüstbeschläge einen wirkungsvollen Schutz vor den meisten Einbruchversuchen – vorausgesetzt, sie werden in ausreichender Anzahl angebracht und mit hochwertigen Schließblechen kombiniert.

Für Nachrüstprodukte im Falz schreibt die Prüfung nach DIN 18104 u. a. zwingend vor:

  • umlaufende Sicherungen
  • einen abschließbaren Griff
  • sowie einen Anbohrschutz

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